von Ricarda Meiners
Genervt sah ich von meinen Hausaufgaben hoch, mein Bruder Dominik tobte mal wieder mit unserem Collie Kelly im Garten rum. Wir nennen das, was sie gerade spielten „Eisbär“, dass geht ungefähr so ab: Kelly liegt mit dem Rücken auf dem Boden und macht Geräusche wie ein Eisbär. Dominik liegt neben unserem Hund und lacht sich halb tot.
Ich bin echt froh das uns so ein toller Hund „über den Weg gelaufen ist“. Als ich meine Mutter endlich davon überzeugt hatte uns einen Hund zu holen war nur noch die Frage, welchen? Ab diesem Tag an sah man mich und meine Mutter kaum noch, entweder surften wir im Internet oder wir guckten uns Zeitschriften an, welche Hunderasse für eine Familie mit einem geistigbehinderten Sohn am besten wäre. Dann machten wir eine große Entdeckung: der Collie und der Labrador waren am besten für behinderte Kinder. Meine Mutter machte große Augen, denn sie dachte das Collies eigentlich ein bisschen aggressiv wären. Zuerst dachten wir an einen Therapiehund, doch als wir die Preise sahen vergaßen wir diese Idee schnell. Doch das Glück schien mit uns zu sein. Meine Oma rief an und sagte uns, dass ein Nachbar von ihr seinen neun Monate alten Collie loswerden wollte.

Wir nannten unseren neuen Hund Kelly, der sich auch schnell an uns gewöhnte. Für mich ist sie der beste Hund auf der ganzen Welt, da ich auch keine Angst davor haben muss, dass sie auf einmal zubeißt.
Der Collie ist ein sensibler Hund, dem die Rangfolge egal ist. Er braucht viel Bewegung und er muss immer gefordert werden, doch er ist ein Super-Familienhund. Es gibt die amerikanischen und die englischen Collies, die englischen haben etwas längeres Fell und machen sich nicht so gerne dreckig, und bleiben immer dicht bei ihrem Herrchen. Die amerikanischen haben nicht so viel Fell doch es reicht trotzdem aus, dass sie wunderschön aussehen. Unsere Kelly ist so eine und darum ist sie auch das Gegenteil des englischen Collies. Sie liebt es, sich mit einem anderen Hund im Dreck zu wälzen oder durch ein Schlammloch zu rennen.
Meine Mutter regt sich zwar dann doch ein kleines bisschen auf, dass es wieder so dreckig im Haus ist, aber Dominik und ich lachen nur darüber.

Mittlerweile bemerkte Kelly, dass ich ihr und Dominik beim Spielen zusah und kam mich schwanzwedelnd begrüßen. Doch dann rannte sie wieder zu meinem Bruder zurück, um mit ihm weiterzuspielen, mein Bruder zog ihr die Beine weg, sodass sie auf ihre gelbe Decke fiel und leckte ihm dann das Gesicht ab.
Ich beugte mich wieder zu meinen Hausaufgaben, und überlegte, ob ich es wohl auch schaffen würde meine Familie zu einem zweiten Collie zu überreden.
Ricarda Meiners,13 Jahre
(Schwester von Dominik Meiners (vom fraX-Syndrom betroffen)
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