Startseite Glossar

Nach Lexikon-Einträgen suchen (Nur normale Begriffe sind erlaubt)
Beginnt mit Enthält Exakter Begriff Klingt wie
Alle A B C D E F G H K M N O P R S T U V W Y Z
Seite:  1 2 3 4 5 Nächstes »
Begriff Definition
Allel

Ein möglicher Zustand eines genetischen Markers, z. B. unterschiedliche Formen einer DNA-Sequenz, oder verschiedene Mutationen eines Krankheitsgens. Von einer DNA-Sequenz können zwei Allele oder viele Allele vorkommen (biallelisch bzw. multiallelisch). Innerhalb der Bevölkerung kommen oft viele hundert unterschiedliche, als normal einzustufende, Allele eines Gens oder einer DNA-Sequenz vor (multiple Allelie). In einer Person können aber an jedem Genort höchstens zwei verschiedene Allelle vorkommen, da ein Individuum i. d. R. je ein Allel eines Gens von der Mutter und eines vom Vater erbt. Sind diese Allele identisch, bezeichnet man das Individuum als homozygot für dieses Allel, sind sie unterschiedlich als heterozygot für dieses Allel. Die Unterschiede in den Allelen werden durch Sequenzvariationen verursacht, die durch Mutation entstehen.

Amnion

Die innerste der Eihäute.

AnlageträgerIn

TrägerIn einer Mutation in einem Allel eines Gens (=heterozygot). In diesen Fällen ist die Mutation in einem Allel i.d.R. nicht ausreichend für die klinische Manifestation der Erkrankung. Bei autosomal rezessiven Erbgängen kommt es erst zur klinischen Manifestation wenn auch das zweite Allel durch eine Mutation verändert wird.

Antizipation

Die Veränderung des Phänotyps einer vererbten Erkrankung in aufeinander folgenden Generationen, meistens im Sinne einer schwereren Erkrankung oder eines früheren Erkrankungsalters. Häufig bei Erkrankungen, die durch Triplett- Repeat-Mutationen bedingt sind (Chorea Huntington, fragiles X-Syndrom).

Assoziation

Das gemeinsame Auftreten von bestimmten Allelen mit einem bestimmten Merkmal. Assoziation bezeichnet im Gegensatz zur Kopplung die Beziehung zwischen Allelen, während Kopplung die Beziehung zwischen verschiedenen Loci bezeichnet. Die Analyse der Auftretenshäufigkeit bestimmter Allele in definierten Populationen (i.d.R. Patienten-Population und Kontroll-Population) kann (!) den Nachweis einer pathogenen Wirkung eines Alleles ermöglichen.

Ataxie

Störung der Bewegungskoordination / Gangunsicherheit

BAC

Bacterial Artificial Chromosome, Vektoren, die zur Klonierung von 100’000 bis 300’000 Basenpaare grossen Inserts genutzt werden, und gleichzeitig eine hohe Stabilität der Inserts aufweisen. Grundlage der meisten zur Zeit verwendeten physikalischen Karten. s. Klon, Vektor.

Bestrahlungshybride

radiation hybrids (RH), Hamster-Zellinien, die kleine DNABruchstücke aus bestrahlten menschlichen Zellinien enthalten und weitervermehren. Die Grösse der so vermehrten menschlichen DNA-Fragmente wird durch die Intensität der Bestrahlung bestimmt. Radiation hybrids sind eine wichtige Grundlage der physikalischen Kartierung.

Blastula

Sehr frühes Stadium der Entwicklung (beim Menschen etwa am vierten Tag nach der Befruchtung), besteht aus einer äusseren Zellhülle und einer inneren Zellhülle, aus der sich der Embryo entwickelt.

cDNA

complementary DNA, die wieder in DNA zurückübersetzte mRNA (s.d.) eines Gens. Eine möglichst vollständige Bestimmung der cDNAs verschiedener Gewebe in verschiedenen gesunden und abweichenden Entwicklungsstadien geben wertvolle Hinweise auf Gene, die bei diesen biologischen Prozessen eine Rolle spielen.

CEPH

Centre d’Etude de Polymorphisme Humain, eine französische Organisation, die die beste internationale Kollaboration zur genetischen Kartierung aufgebaut und durchgeführt hat (http://www.cephb.fr/).

Chorion

Die mittlere der Eihäute, die sich zum Teil aus der äusseren Zellschicht der Blastula entwickelt.

Chromosom

.

Chromosomale Aberrationen

Umlagerungen oder andere Veränderungen des Genoms, die auf der chromosomalen Ebene erkennbar sind. Eine Translokation oder Deletion in einem oder mehreren Patienten mit ähnlichem Erscheinungsbild kann wichtige Hinweise auf die genomische Region geben, die ein Gen enthält, dass in dieser Krankheit mutiert ist. Häufige chromosomale Aberrationen sind ausserdem Veränderungen der Chromosomenzahl, Trisomie, Monosomie, und Triploidie (s.d.).

cM, centi Morgan

Masseinheit für den genetischen Abstand zwischen zwei Markern. Ein cM entspricht einem beobachteten Rekombinationsereignis in 100 untersuchten Meiosen. Im menschlichen Genom entspricht ein cM etwa 1 Million Basenpaaren, dieser Wert ist aber in verschiedenen Teilen des Genoms sehr unterschiedlich.

Contig

Gruppe von überlappenden (contiguous) Klonen, die zusammen einem längeren chromosomalen Abschnitt entsprechen. Endziel einer vollständigen physikalischen Kartierung ist ein Contig des Genoms, welcher die Basis darstellt für die Sequenzierung diesen Genoms.

Contiguous gene syndromes

Sehr kleine Chromosomenanomalien (meist Deletionen oder Duplikationen), die durch einen spezifischen komplexen Phänotyp charakterisiert sind. Das ursächlich betroffene DNA-Segment umfaßt mehrere, in einer Chomosomenregion aneinandergrenzende Gene, die unabhängig voneinander zum Phänotyp beitragen.

Cosmid

Vektoren, die etwa 30 bis 50 Kilobasen grosse Inserts (s.d.) aufnehmen können.

Deletion

Fehlen eines Chromosomen- bzw. DNA-Segments. Interstitielle Deletion: Bruchstückverlust innerhalb eines Chromosoms im Gegensatz zur terminalen Deletion, bei der Endabschnitte eines Chromosoms verloren gehen.

Direkte Diagnostik

Ist das bei einer Erbkrankheit betroffene Gen in seiner Lokalisation und Nukleotidsequenz bekannt, kann bei Patienten und Anlageträgern der molekulare Defekt (Mutation) in diesem Gen direkt identifiziert werden.

Seite:  1 2 3 4 5 Nächstes »

Wir sind Mitglied in folgenden Verbänden: