René
René geb. 08.06.1976 .
René ist, obwohl er noch zwei Brüder hat, gerne für sich.
Schon in der Schule schloss er sich so gut wie nie anderen Kindern an, sondern den jeweiligen Lehrer/innen. So war es dann auch in der Werkstufe am Ende der Schulzeit. Wo der Lehrer hinging, war auch René. Setzte sich der Lehrer, setzte sich René, usw. ......
Er zeigte selten, welche Fähigkeiten in ihm stecken und so hatte es zur Folge, dass er von der Schule beim Arbeitsamt lediglich für die Betreuungsgruppe vorgeschlagen wurde.
Jetzt war ich als Mutter gefordert, wusste ich doch, dass René durchaus Arbeiten verrichten konnte und nicht nur “ betreut und bespielt“ werden musste.
Erst nach Verhandlungen mit dem Arbeitsamt wurde das 2 jährige Arbeitstraining in der WFB bewilligt.
Renés liebenswerte Art bewirkte, dass die jeweiligen Gruppenleiter „übersahen“ das viele Dinge wie z.B. Salz- und Zuckerstreuer zusammenschrauben nicht sein Ding waren.
Als dann in der Werkstatt eine Ausschreibung war: „Küchenpersonal für die kleine Außenstelle gesucht,“ klingelten bei mir alle Alarmglocken. René war im häuslichen Bereich, Küche in Ordnung halten, Kaffee kochen, Spülmaschine ausräumen usw. äußerst fit.
Man tat der „Mutter“ den Gefallen, René durfte ein Praktikum in der Küche machen und hurra, er wurde übernommen. Was soll ich noch sagen, er war fleißig, ging gerne zur Arbeit, duldete das direkt neben ihm noch jemand arbeitete, sein Lohn wurde 2mal erhöht und, und, und.
Das alles hätte wunderbar so weitergehen können, wenn die Werkstatt sich nicht entschlossen hätte, die Außenstelle wieder aufzugeben und die Hauptwerkstatt zu vergrößern. So entstand auch eine wunderschöne neue Küche für die gesamte Werkstatt. René durfte auch dort arbeiten, aber man merkte deutlich, wie schwer es für einen Menschen mit Fragilem-X ist, seinen Platz in solch einer „Großküche“ zu finden.
Dann zogen wir um, ganz weit weg...
Die neue Werkstatt wurde von ihm angenommen, man hatte gleich einen guten Draht zu ihm gefunden. Doch zu mir sagte man, er wäre doch äußerst schwach in seinen Leistungen.
„Hat er eigentlich schon mal in einer Küche gearbeitet und warum hat er überhaupt soviel Lohn bekommen?“
Wieder ein Kampf! Frax- Infos in Mengen verteilt, einen langen Brief an die Gruppenleiterin geschrieben mit der Bitte um Geduld. Es hat sich gelohnt. Man gab ihm die Chance sich langsam an die „Alteingesessenen“ und neue Küche zu gewöhnen.
Nach einem Jahr nun kann man sagen er ist angekommen, füllt seinen Platz aus und was am wichtigsten ist, René ist glücklich!






