Ursache des Fragilen-X
Kurzerklärung
Zunächst eine kurze Erläuterung zum Fragilen-X, eine ausführliche Erläuterung findet sich weiter unten beginnend bei "Chromosomen".
Ursache des Fragilen-X Syndroms ist ein vererbter genetischer Defekt. Zunächst beginnt sich dieser Gendefekt unbemerkt von Generation zu Generation in mehreren Stufen über die sogenannte "Prämutation" zu entwickeln, bis er schließlich in Form der Vollmutation zur Folge hat, dass das betreffende Gen nicht mehr funktioniert. Dadurch wird ein für die Entwicklung vor allem der Gehirnzellen und ihrer Verbindungen untereinander wesentlicher Baustein (ein Protein) nicht mehr gebildet und es kommt zur Ausprägung des Fragilen-X Syndroms.
Chromosomen
Das Erbgut des Menschen ist in 46 Chromosomen unterteilt, 23 davon stammen von der Mutter und 23 vom Vater. Paarweise dargestellt sieht dies so aus:

Abbildung der 23 Chromosomenpaare eines Mannes (Abbildung mit freundlicher Genehmigung des Zentrums für Humangenetik, Uni Bremen).
Das 23. Paar bestimmt das Geschlecht eines Menschen. Frauen haben je ein X-Chromosom von der Mutter und vom Vater. Männer besitzen ein X-Chromosom von der Mutter und ein Y-Chromosom vom Vater:
X- und Y-Chromosom (Abbildung mit Genehmigung von Macmillan Publishers Ltd: Nature, Copyright 2003)
Gene
CGG-Wiederholungen




In diesem Fall wird das Gen durch Anlagerung von Methylgruppen im Promotor abgeschaltet, eine Produktion von FMRP findet nicht mehr statt und es kommt zur Ausprägung des Fragilen-X Syndroms.
Der genaue Erbgang des Fragilen-X wird ->hier beschrieben.
Auswirkungen des FMR1-Protein-Mangels
Heute weiß man, dass das FMR1-Protein (=FMRP), das bei FraX-Kindern ausfällt, am Stoffwechsel von chemischen Botenstoffen (Neurotransmittern) in den Dendriten der Gehirnzellen beteiligt ist. Das Fehlen von FMRP führt zu einer dauerhaften Übererregung der Synapsen und schließlich zur Degenerierung der Dendriten. Dadurch gehen wichtige neuronale Verbindungen dauerhaft verloren.
FMRP reguliert den durch die Neurotransmitter ausgelösten Stoffwechsel. Es bindet sogenannte mRNA (ein Zwischenprodukt bei der Proteinsynthese) verschiedener Proteine und wirkt dabei zudem selbstregulierend. Der genaue Stoffwechsel ist noch nicht erforscht, allerdings beschäftigen sich damit zur Zeit weltweit verschiedene Forschergruppen. In den vergangenen Jahren gab es zunehmend Versuche, auf verschiedene Weisen in den beim Fehlen von FMRP veränderten Stoffwechsel regulierend einzugreifen, um letztendlich zu einer gezielten medikamentösen Therapie von Fragilem-X zu gelangen.
Ursache



