Symptome des FraX-Syndroms
Wenn man sich das Bild rechts ansieht, kann man sofort drei Merkmale von Menschen mit FraX-Syndrom erkennen: Sie sind (fast) immer fröhlich, haben ein liebes Wesen und sind sehr gesellig.
Es ist nicht ganz leicht, eine Liste an Eigenschaften anzugeben, anhand derer man eine sichere Vermutung auf Vorliegen von FraX stellen könnte. Dies liegt einerseits daran, dass auch "normale" Kinder spezielle Eigenschaften aufweisen können, die auch bei FraX vorkommen. Andererseits ist das Spektrum der Symptome bei Menschen mit FraX-Syndrom recht weitläufig. Es wird wohl niemand alle Symptome zeigen. Auch unterscheiden sich Jungen und Mädchen in ihren Auffälligkeiten meist deutlich.
Trotzdem sei hier der Versuch unternommen, häufig auftretende Symptome zu sammeln. Diese sind in untenstehender Liste aufgeführt. Bitte beachten Sie aber unbedingt obenstehende Hinweise. Ob bei einem Menschen das FraX-Syndrom vorliegt oder nicht kann letztendlich nur durch eine genetische Diagnose festgestellt werden.
Häufig auftretende Symptome beim FraX-Syndrom
- verzögerte Sprachentwicklung
- erhebliche grob- und feinmotorische Defizite
- ängstliche Reaktion auf neue Umgebungen/Situationen
- soziale Scheu, z.B. Vermeidung von direktem Blickkontakt
- Hyperaktivität
- Handwedeln
- starker Speichelfluß, häufig offener Mund
- Muskelschlaffheit ("Hypotonie")
- Handbeißen
- überstreckbare Gelenke
- Angstzustände, vorwiegend in ungewohnten (Stress-) Situationen
- steckt alles in den Mund
Weitere Auffälligkeiten
- lang anhaltende Inkontinenz
- kaut auf Büchern, Kleidung
- wacht sehr früh auf
- emotional labil (schnelle Stimmungsschwankungen)
- schlechter Gleichgewichtssinn
- liebt Musik
- als Säugling schwacher Saugreflex
- schlingt beim Essen
- liebt es, mit Wasser zu spielen
- vergrößerter Kopfumfang
- erhöhtes Geburtsgewicht
- langes Beharren auf Gedankeninhalten, Wiederholung bestimmter Verhaltensweisen ("Perseveration")
- zwanghafte Wiederholung von Sätzen oder Wörtern ("Echolalie")
- liebt es, mit Lichtschaltern zu spielen (an und aus)
- leichter Schlaf
- vergrößertes Hodenvolumen ("Makroorchidie", bei 40% aller Betroffenen vor und bei 80% aller Betroffenen nach der Pubertät),
- längliche Gesichtsform mit breitem Kinn und großen, häufig abstehenden Ohren,
- Finger in Mund und Ohren stecken
- erkennt Gefahren nicht
- sehr gerne mit Türen spielen (öffnen und schließen, insbesondere automatische Türen, z.B. Fahrstuhl)
- auf Zehenspitzen laufen
- fehlende oder eingeschränkte Empfänglichkeit für optische, akustische und sensorische Reize
- mit Spielzeug einschlafen
- Hautleisten- und Hautfurchenbesonderheiten (z.B. Vierfingerfurche)
- Desinteresse an Umwelteindrücken
- hat immer etwas in der Hand
- Fehlen jeglicher kindlicher Neugier

