Startseite Geschwister

Geschwister

Als Kind ist die Welt oft perfekt, denn man lebt in einer bunten Welt in der alles Spaß macht und in der alle gleich sind. Dass es zwischen Menschen Unterschiede gibt wird einem erst später bewusst. Doch um das herauszufinden, dafür gibt es zwei sehr unterschiedliche Wege.

Dem einem fällt auf, dass sich der Nachbar immer noch nicht selber die Schuhe zu binden kann, oder immer noch nicht sprechen kann. Am Anfang ist das noch kein Problem, doch später denkt man darüber nach. Denn möchte man wirklich etwas mit jemandem zu tun haben, der anders ist?

Bei der zweiten Variante hat man keine Entscheidungsmöglichkeit. Denn man ist mit dabei, von Anfang an. Als Schwester oder Bruder eines behinderten Kindes hat man es oft nicht so leicht, wie andere denken. Im Kindesalter beginnt es damit, erklären zu müssen, warum die Schwester oder der Bruder noch keine Schuhe binden kann. Versucht man es, schaut man oft in ratlose Gesichter. Denn wie soll ein Kind einem anderen auch erklären, dass die Schwester oder der Bruder geistig behindert ist. Dass es eine „Krankheit“ ist, die nicht heilbar ist und das die Schwester oder der Bruder vielleicht nie die Schuhe alleine binden kann?

Doch man gibt sich Mühe und erklärt Freunden immer wieder die Situation, beantwortet Fragen und bleibt geduldig, denn neue Freunde bedeuten auch neue Fragen.
Jedoch wird selten darüber geredet, wie die Gefühle der Geschwister der Betroffenen sind und wie die Tage für sie persönlich ablaufen. Nach der Schule hat man kurz die Eltern für sich, denn kurz danach kommt das Geschwisterkind nach Hause.  

Die Schulsachen müssen ausgepackt werden, dann wird gegessen, dann werden die Hausaufgaben gemacht. Später müssen noch ein paar Sachen geübt werden, wie zum Beispiel das Schuhe binden oder lesen. Bei so einem vollem Tagesplan ist der Tag schnell vorbei und am Abend müssen die Eltern dafür sorgen, dass das Geschwisterkind zu Abend isst und pünktlich ins Bett geht. Viel Zeit für andere Geschwister bleibt dort nicht.  Doch anstatt beleidigt zu sein,  akzeptieren sie es und versuchen damit zu leben. Sie sind in einem Zwiespalt, denn auf der einen Seite konkurrieren sie um die Aufmerksamkeit der Familie und Bekannten, doch auf der anderen Seite ist es das Geschwisterkind, dass zur Familie gehört und auf das man zu achten hat. Also nutzen und genießen sie die gemeinsame Zeit mit den Eltern und der Familie. Denn das ist man trotzdem, eine Familie, nur mit einer Besonderheit.

 

Wir sind Mitglied in folgenden Verbänden: