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"I got very excited when we first discovered the fragile X gene." "I think it was the first triumph of the Human Genome Project. With fragile X, we've got just one protein missing, so it's a simple problem. So, you know, if I were going to work on something with the thought that I were going to solve it, oh boy, I'd work on fragile X."

["Die Entdeckung des für Fragiles-X verantwortlichen Gens hat mich absolut begeistert." "Ich halte diese Entdeckung für den ersten Triumph des Human Genome Projekts. Bei Fragilem-X fehlt nur ein einziges Protein, d.h. es ist ein einfaches Problem. Wissen Sie, wenn ich an einer Sache zu arbeiten wollte, die ich zu lösen gedachte, so wäre es Fragiles-X!"]

James D. Watson, (nicht unumstrittener) Nobelpreisträger und Mitentdecker der DNA-Struktur


Die Identifizierung des für Fragiles-X Syndrom verantwortlichen Gens bedeutete sicher eine Sensation, die erwähnte Einfachheit des Problems ist aber wohl eher relativ zu anderen genetischen Defekten zu verstehen. Die Entdeckung des Gens erlaubte zunächst die Entwicklung präziser Diagnoseverfahren für Fragiles-X. Aber sie führte auch zur Identifizierung des Proteins FMRP (=Fragile-X Mental Retardation Protein), das bei Menschen mit Fragilem-X Syndrom aufgrund des Gendefekts nicht mehr gebildet werden kann. In der Folge fand man zunächst, dass FMRP tatsächlich in den Dendriten der Neuronen gehäuft vorkommt und man begann, den Stoffwechsel von FMRP, insbesondere aber auch den bei FMRP-Mangel veränderten Stoffwechsel zu untersuchen.

Man fand, dass FMRP ein mRNA-bindendes Protein ist, das die Ausreifung der Dendriten und der synaptischen Plastizität durch Hemmung des durch metabotrope Glutamatrezeptoren (mGluR) ausgelösten Stoffwechsels steuert. Das Fehlen von FMRP führt u.a. zu einer Internalisierung synaptischer AMPA-Rezeptoren und schließlich zu einer unreif erscheinenden Verlängerung der Dendriten. Mehrere den Fragiles-X-Phänotyp betreffenden Merkmale glaubt man auf exzessive Aktivität von mGlu-Rezeptoren zurückführen zu können, die normalerweise durch FMRP in normalem Maß kontrolliert würde.

Inzwischen wurden mehrere klinische Studien zu mGluR-Antagonisten durchgeführt, von denen man sich einen positiven Einfluss auf den durch den FMRP-Mangel veränderten Stoffwechsel verspricht. Ergebnisse stehen zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels (Ende 2010) noch aus.

 

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